Kurzfristiger Rohstoffausblick September: Aluminium und Zink
08.09.2022 Branche & Märkte News

Kurzfristiger Rohstoffausblick September: Aluminium und Zink

Der Markt in der Metallindustrie ist ständig in Bewegung - und damit auch die Rohstoffpreise. Dieser Bericht, der monatlich von der IKB Deutsche Industriebank veröffentlicht wird, konzentriert sich auf Aluminium und Zink und beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen im September 2022.

Zinkblöcke auf der EUROGUSS 2022. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die Rohstoffpreise und Lagerbestände von Aluminium und Zink im September 2022.
Graph welcher die Aluminiumvorräte und -preise von 2016 - 2020 zeigt. Diese Abbildung zeigt die Aluminiumvorräte und -preise von 2016 bis 2022.

Anmerkungen zu Aluminium

Die weltweite Primäraluminiumproduktion stieg bis Ende Juli 2022 um 0,3 %. Der Einbruch im ersten Quartal ist damit vollständig kompensiert worden. Haupttreiber waren der Anstieg in China um gut 1 % und in der Golfregion um 4 %. Für das Gesamtjahr 2022 erwarten wir nun einen Anstieg der Produktion auf rund 67,8 Millionen Tonnen und 13 Millionen Tonnen recyceltes Aluminium. Der Anstieg in China wird voraussichtlich etwas stärker ausfallen. Die Aluminiumverwendung in den Hauptabnehmerbranchen entwickelt sich weiterhin positiv. Trotz schwächerer Autoproduktion wird für das laufende Jahr ein weiterer Anstieg gegenüber 2021 erwartet. Die Bestände an Primäraluminium an der LME gingen leicht auf 0,27 Millionen Tonnen zurück. An der SHFE gab es einen minimalen Anstieg auf 205.000 Tonnen. In den Lagerhäusern der Comex lagern dagegen nur knapp 24.000 t. Das bedeutet aber, dass das Angebot weiterhin sehr knapp ist. Zudem wächst die Sorge vor möglichen Verknappungen und Marktengpässen, wenn es zu Teilstillständen der Primärproduktion in Westeuropa kommt. Die Zahl der Handelskontrakte ist im August 2022 um mehr als ein Drittel auf 252.000 gestiegen. Wir erwarten daher, dass sich die Aluminiumpreise in den kommenden Monaten weiter erholen werden. 
Tendenz: Bis Ende 2022 sehen wir eine Preisbewegung des Primäraluminiumpreises um die Marke von 2.600 US$/t in einer Bandbreite von ±500 US$/t. Der Preisunterschied zu recyceltem Aluminium beträgt rund 500 US$.

Graph welcher die Zinkvorräte und -preise von 2016-2022 zeigt. Diese Abbildung zeigt die Zinkvorräte und -preise von 2016 bis 2022.

Anmerkungen zu Zink

In der ersten Hälfte des Jahres 2022 war die Zinkminenproduktion um 1,9 % niedriger als im Vorjahr. Rückgänge wurden u. a. in Australien, Brasilien, Kanada, Griechenland und Peru verzeichnet. Die Raffinerieproduktion ging um 2,6 % zurück. Dies ist auf die geringere Aktivität der europäischen Hersteller infolge des enormen Anstiegs der Energiepreise zurückzuführen. Auch in China, Brasilien und den USA ging die Raffinerieproduktion zurück. Der Zinkverbrauch ging in der ersten Jahreshälfte zurück. Der Rückgang betrug 3 % und war auf geringere Verbrauchsmengen in Deutschland, Brasilien, China und Frankreich zurückzuführen. Für das gesamte Jahr wird erwartet, dass der Zinkverbrauch leicht unter dem des Vorjahres liegen wird. Impulse werden vor allem aus China und dem asiatischen Raum kommen. Der Zinkmarkt wird in diesem Jahr einen kleinen Überschuss aufweisen, nachdem er 2021 mit einem Defizit von 213.000 t abgeschlossen hatte. Die Zinkbestände an der LME stiegen leicht auf 77.000 t an, die an der SHFE sanken weiter auf 53.300 t. Die Mengen von 3.000 t an der Comex sind vernachlässigbar. Die Bestände entsprechen nur noch dem Verbrauch von 3,5 Tagen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres überstieg das Zinkangebot den Verbrauch leicht.
Tendenz: Für den Zinkpreis sehen wir eine Bewegung von ±700 US $/t bei einem Niveau von 3.600 US $/t.

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Autoren

Dr. Heinz-Jürgen Büchner

Director Industrials & Automotive IKB Deutsche Industriebank AG

Sina Lutter

IKB Deutsche Industriebank AG