Natürlich bleiben Themen wie Energiepreise, Investitionsdruck und globaler Wettbewerb präsent, doch sie bestimmten nicht mehr das gesamte Bild. Vielmehr zeigte sich eine Industrie, die ihre Herausforderungen kennt und dennoch wieder Gestaltungsspielräume sieht. Die Branche hat Lust auf die Zukunft – passend zum 30‑jährigen Jubiläum der Messe.
Druckguss als Systemtechnologie
Der Druckguss befindet sich nicht mehr im reinen Krisenmodus. Vielmehr scheint die Branche einen Punkt erreicht zu haben, an dem sie akzeptiert, dass alte Marktlogiken nicht zurückkehren werden. An ihre Stelle tritt ein neues Selbstverständnis: Druckguss nicht als isolierter Fertigungsschritt, sondern als integraler Bestandteil industrieller Wertschöpfung – als Systemtechnologie.
„Es ist wichtig Anlagen direkt in den Fertigungsprozess einzubinden“, so Ralf Versmold, CEO bei Godfrey & Wing GmbH. „Das heißt, nicht mehr als externen Prozess zu betrachten, sondern direkt in die Produktionslinie zu integrieren. Datenaustausch mit vor- und nachgelagerten Prozessen und natürlich auch die Flexibilität, die Skalierbarkeit von Anlagen ist in der gesamten Druckgussbranche sehr wichtig.“
Diese Sichtweise zieht sich durch viele Anwendungen. Sie betrifft klassische Automotive-Projekte ebenso wie neue Einsatzfelder in der Energie- und Infrastrukturtechnik, der Medizintechnik oder bei industriellen Komponenten mit hohen Funktionsanforderungen. Aluminium-, Magnesium- und Zinkdruckguss stehen dabei weniger für einzelne Bauteile als für Prozessketten: Datenintegration, Skalierung und Lebenszyklusbetrachtung rücken stärker in den Fokus als reine Bauteildimensionen.







