Nachhaltigkeit als Entwicklungstreiber
Auch ökologische Aspekte tragen dazu bei, dass Rheocasting an Bedeutung gewinnt. Das Verfahren ermöglicht in mehreren Bereichen eine Verringerung des CO2-Ausstoßes entlang der Prozesskette.
Zum einen kommen neu entwickelte Aluminiumlegierungen zum Einsatz, die bereits in der Herstellung geringere Emissionen aufweisen. Zum anderen erlaubt die halbflüssige Prozessführung die Fertigung eben leichtere, dünnwandigere Bauteile – die bei gleicher Stabilität weniger Material benötigen.
„Die Kombination dieser Effekte reduziert die CO2-Emissionen in der Produktion deutlich“, so Zetterström. Langfristig könnte das Verfahren somit dazu beitragen, die Energie- und Ressourceneffizienz in der Gießereiindustrie zu erhöhen – ein Thema, das in Forschung und Entwicklung zunehmend Gewicht erhält, auch im Kontext europäischer Klimaziele und Nachhaltigkeitsstrategien vieler OEMs.
Rheocasting auf der EUROGUSS 2026
Wie stark das Interesse an dem Verfahren inzwischen gewachsen ist, zeigt sich auch auf der EUROGUSS 2026. Dort wird Rheocasting erstmals mit einem eigenen Gemeinschaftsstand vertreten sein. Unternehmen wie Comptech Rheocasting präsentieren dort gemeinsam mit Partnern Bauteile, Werkstofflösungen und Forschungsergebnisse. Ziel ist es, Hersteller, Anwender und Zulieferer zusammenzubringen und die Potenziale der Technologie erlebbar zu machen.
„Der Pavilion wird zum Epizentrum des Rheocastings auf der EUROGUSS“, sagt Zetterström. „Hier treffen sich alle, die verstehen wollen, welche Chancen das halbflüssige Gießen für die Druckgussindustrie eröffnet.“
Rheocasting ist weniger eine Revolution als ein Schritt in Richtung technischer Differenzierung. Ob sich Rheocasting in der Breite etabliert? Eine Sache der Investitionsbereitschaft und des Know-How-Transfers. Doch die Rahmenbedingungen sprechen dafür, dass aus der Nische ein Markt entsteht.