Um dem technologischen Wandel in der Automobilindustrie wie der Elektromobilitätoder dem autonomen Fahren und den steigenden Anforderungen an den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen auf politischer Seite gerecht zu werden, müssen die Hersteller neue Wege beschreiten, dies gilt auch für die Gießereiindustrie als wichtiger Zulieferer. Innovative Gusskomponenten können das Fahrzeuggewicht weiter reduzieren und damit die Emissionen senken. Darüber hinaus ermöglichen dünnwandige Druckgussbauteile den Gießereien, ihr Produktportfolio zu erweitern, indem sie die Substitution bestehender Kunststoffbauteile als leichtere, höherfeste und funktionale Integrationsteile durch Druckgussermöglichen.
Sitzarmlehne mit optimierter Topologie
Ziel dieser Studie war es, Potenziale für Druckgussbauteile in neuen Märkten durch Reduzierung der Wandstärken aufzuzeigen. Steifigkeitsverluste und Instabilitätsprobleme wurden durch eine angepasste Struktur vermieden. Für einen effektiven Leichtbau müssen die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs voll ausgenutzt und an eine belastungsgerechte Struktur angepasst werden. Dies kann durch die Gestaltungsfreiheit im Gussteil ideal realisiert werden. In einem Produktentwicklungsprozess, bestehend aus numerischer Topologieoptimierung, Festigkeitsberechnung und Fertigungssimulation, wurde eine Sitzarmlehne als dünnwandiges Druckgussbauteil völlig neu entwickelt. Um das Leichtbaupotenzial des Verfahrens auszuschöpfen, wurden Wandstärken von weniger als 1 mm für die Konstruktion berücksichtigt.
Der Designraum für die Topologieoptimierung wurde auf Basis der anthropometrischen Abmessungen entwickelt. Mit der Topologieoptimierung sollte eine maximal steife Struktur gefunden werden. Um diese im Druckguss herstellen zu können, wurden fertigungstechnische Randbedingungen, wie eine Auszugsrichtung sowie minimale und maximale Wandstärken, festgelegt. Da es keine gesetzlichen Anforderungen an die Belastbarkeit von Autoarmlehnen gibt, wurden Lastfälle aus den Normen für Möbel zur Definition der Lastfälle herangezogen.