Man ahnt es: In den Marketingabteilungen der Hersteller herrscht erhöhte Betriebstemperatur, denn die guten Vorsilben werden langsam knapp. Wolfsburg wird eines Tages, so viel scheint sicher, etwas mit ID und einem Punkt präsentieren, vielleicht ID.Guss, hilfsweise ein deutsches Kompositum wie Einstückgroßstrukturbauteilgießverfahren, das niemand aussprechen kann, aber Vertrauen schafft. Mercedes gießt selbstverständlich nicht, Mercedes manufakturiert. Das Teil wird Monocasting heißen, feinstes Understatement, erhältlich auch als AMG Line mit gegossenem Sternenhimmel.
BMW verspricht Freude am Gießen und integriert die Niere gleich mit in die Form, großzügig dimensioniert, wie es der Hausbrauch will. Porsche prüft noch, ob das eigene Verfahren Turbocasting heißen soll, wie fast alles in Zuffenhausen Turbo heißt, auch das Elektroauto. Und Stellantis, die Patchworkfamilie aus vierzehn Marken, könnte seinem Gießverfahren vierzehn Namen schenken, von Peugeot bis Maserati, was dort niemand Sparsamkeit nennen würde, sondern gelebte Vielfalt.
Bleibt die Frage der Eskalation. Nach Giga kommt bekanntlich Tera, dann Peta, irgendwann gießt jemand das ganze Auto in einem Schuss, Türen inklusive, und nennt es Omnicasting. Nur ein Name bleibt tabu, aus Gründen des Feingefühls. Totalcasting klingt dem Kunden zu sehr nach dem, was die Versicherung sagt, wenn das Ding gegen die Laterne gesteuert wurde.
Dabei ist gerade hier eine frohe Botschaft zu verkünden, denn Ford konstruiert seine Unicasting-Teile so, dass sie repariert werden können – mit Säge, Kleber und definierten Schnittzonen. Das beschädigte Stück wird herausgetrennt und neu besetzt. Der Fernsehzuschauer, der einst bei Casting an singende Teenager dachte, steht dann in der Werkstatt und versteht die Welt wieder. Eine Rolle wird frei, eine neue rückt nach. Und wer bei all den Vorsilben den Überblick verliert, darf sich trösten. Es ist am Ende nur ein Casting. Die nächste Staffel kommt bestimmt.
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