Das Leitmotiv „From Regional Excellence to Globa Relevance“ zieht sich durch das gesamte Programm. Im Fokus steht die Frage, wie sich europäische Technologiekompetenz, industrielle Spezialisierung und gewachsene Wertschöpfungsstrukturen künftig in neue Märkte und Geschäftsfelder übertragen lassen. Grundlage dafür ist die Überzeugung, dass Europa zwar weiterhin über hohe industrielle Kompetenz verfügt, seine Rolle im internationalen Marktumfeld aber neu definieren muss.
- 02.06.2026
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EUROGUSS Executive Circle im Juli 2026: Von regionaler Stärke zu globaler Relevanz
Wenn sich Anfang Juli Führungskräfte der europäischen Druckgussindustrie im Château de Guermantes nahe Paris treffen, geht es weniger um das Tagesgeschäft als um die Frage, wie sich Europas Druckgussindustrie in einem zunehmend geopolitischen Marktumfeld behaupten kann. Das zeigt auch das Programm des diesjährigen EUROGUSS Executive Circle, das in Keynote, Paneldiskussion und Austauschformaten Perspektiven entlang der europäischen Druckguss-Wertschöpfungskette zusammenbringt.
Geschrieben von Editors EUROGUSS 365


Keynote: „Wie kann Europa seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen?“
„Die wirtschaftlichen Transformationen stellen Unternehmen in Europa vor eine enorme Herausforderung“, so Prof. Dr. Marcel Fratzscher, Präsident des DIW Berlin, der mit seiner Keynote den Auftakt in Paris machen wird. „Sie sind nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine große Chance, weltweit in wichtigen Technologiebereichen führend zu werden und neue Stärken zu entwickeln. Politik und Unternehmen müssen schneller und mutiger werden, um diese Chance zu ergreifen.“
In seinem Vortrag beleuchtet Fratzscher die Auswirkungen von Inflation, Energiewende, geopolitischen Spannungen und staatlicher Industriepolitik auf Europas Wettbewerbsfähigkeit. Dabei geht es auch um die Frage, wie sich die globalen Spielregeln derzeit verändern: „Wir sehen global, und insbesondere in China und den USA, immer stärkere Eingriffe des Staates in die Marktwirtschaft und in den Wettbewerb“, so Fratzscher.
„Das ist hoch problematisch, vor allem für deutsche und europäische Unternehmen, die in der Vergangenheit stark vom freien Zugang und fairen globalen Spielregeln gelebt haben.“ Die Antwort Europas dürfe jedoch nicht eigener Protektionismus oder der Konflikt sein, plädiert Fratzscher, sondern müsse darin bestehen, eine Spirale zu verhindern und faire Regeln sicherzustellen.
Paneldiskussion mit Vertretern aus Industrie und Wissenschaft
Der Blick richtet sich gezielt auf die Druckguss- und Aluminiumgießereiindustrie. In einer Paneldiskussion sprechen Dirk Seckler, Co-CEO von Handtmann Light Metal Casting, Mike Meyer, President der North American Die Casting Association, und Prof. Dr. Min Chen, Global Business Strategist & ehemalige Führungskraft bei multinationalen Konzernen, mit Fratzscher über die Frage, welche Rolle Europa im globalen HPDC-Markt künftig einnehmen kann – und ob es an Relevanz verliert. Moderiert wird die Diskussion von Burkhard Riering, Publisher und Editor-in-Chief, Automobilwoche.
„Neue Technologien bedeuten immer auch eine mögliche Neuverteilung des Marktes. Das geschieht etwa bei der Antriebswende vom Verbrenner zum Elektroauto, bei der plötzlich neue Player ihre Chance wittern“, sagt Riering.
„Zulieferer haben weiter Chancen als Komponentenlieferanten“, so Riering weiter. „Insgesamt verschieben sich Führungsfelder von reiner Antriebs- und Bauteil-Entwicklung hin zu integrierten Software- und Ökosystem-Lösungen. Da kommt jetzt mit Künstlicher Intelligenz noch einmal ein ganz neues Spielfeld hinzu.“ Die Gießereibranche sei ein Wachstumsmarkt, ist sich Riering sicher, verweist aber zugleich auf den zunehmenden internationalen Druck. „Der Bedarf an neuen Materialien, Leichtbau, komplexen Gussteilen für E-Antriebe, Motoren, Getriebekomponenten ist da. Allerdings verschärft sich womöglich der Preisdruck noch die globale Konkurrenz. Das könnte zu einer weiteren Verlagerung der Kapazitäten nach Fernost führen.“

Executive Dialogues: persönlicher Austausch statt Frontalprogramm
Auch die sogenannten Executive Dialogues greifen konkrete Zukunftsthemen auf. In kleineren Gesprächsformaten diskutieren die Teilnehmenden unter anderem über OEM-Perspektiven, neue Wachstumsfelder jenseits klassischer Automotive-Anwendungen sowie über den Einfluss von KI und Robotik auf industrielle Wertschöpfung. Zudem geht es um die Frage, warum Transformation in Unternehmen häufig weniger an Technologie als an Führung, Organisation und Entscheidungsstrukturen scheitert.
Dieser Mix aus wirtschaftlicher Einordnung und persönlichem Austausch unterscheidet den Executive Circle von klassischen Konferenzformaten. Weniger Bühne, mehr Dialog für C-Level – und damit bewusst ein Rahmen, in dem das Netzwerken und der persönliche Erfahrungsaustausch im Vordergrund steht.
Anmeldung für EUROGUSS Executive Circle den 1. – 2. Juli 2026 in Paris möglich
Der nächste EUROGUSS Executive Circle findet am 1. und 2. Juli 2026 im Château de Guermantes nahe Paris statt. Die Veranstaltung richtet sich exklusiv an C-Level-Entscheider der europäischen Druckguss-Wertschöpfungskette. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Teilnahme finden Interessierte auf der Website des Executive Circle: https://www.euroguss.de/de-de/events-programm/executive-circle
