Transformation steht in nahezu jeder Unternehmensstrategie. Dennoch fällt es vielen Industrieunternehmen schwer, aus Erkenntnissen konkrete Wettbewerbsvorteile zu machen. Warum ist das so? Im Vorfeld des EUROGUSS Executive Circle 2026 spricht Nicoletta Sabov, Vice President bei AlixPartners mit Johannes Messer von Johannes Messer Consulting über Umsetzungsgeschwindigkeit, Entscheidungskultur und die Frage, wie Europa seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit sichern kann. Das Gespräch ist Teil der Executive-Interview-Reihe – früher als Coffee Talks bekannt – in dem Messer Expertengespräche mit führenden Köpfen der Druckgussbranche führt.
Sabov wird beim EUROGUSS Executive Circle in Paris einen Executive Dialogue zu diesem Thema leiten. Die Executive Dialogues sind ein zentrales Format der Veranstaltung und bringen Führungskräfte der Druckgussindustrie in kleiner Runde zusammen, um Zukunftsthemen gemeinsam zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei der persönliche Austausch und das Zusammenbringen unterschiedlicher Perspektiven in Workshop-Atmosphäre.
Johannes Messer: Frau Sabov, warum fällt es vielen Industrieunternehmen so schwer, Transformation wirklich in Wettbewerbsfähigkeit zu übersetzen?
Nicoletta Sabov: Weil Transformation in den meisten Unternehmen als Strategiethema gedacht wird, nicht als Umsetzungsfrage. Es gibt Konzepte, Roadmaps, Zielbilder. Was fehlt, ist die Übersetzung in Entscheidungen, die am Montagmorgen tatsächlich getroffen werden. Ich erlebe das in fast jedem Mandat: Die Strategie steht. Aber wenn ich Werksleiter, Vertriebsleiter und Engineering-Köpfe frage, was diese Strategie für ihre nächste Entscheidung bedeutet, bekomme ich vier verschiedene Antworten. Oder Schweigen.
Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch bessere Strategien. Sie entsteht durch klare Übersetzung in die Sprache derer, die sie ausführen müssen, schnelle Entscheidungen und konsequente Umsetzung. Genau das ist heute oft der Engpass und genau darüber werden wir in Paris diskutieren.



