Fragile Lieferketten
Belastet wird die Industrie weiterhin durch hohe Unsicherheit im wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld. Die infolge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise erhöhen den Druck auf energieintensive Industriebereiche zusätzlich. Gleichzeitig sorgen volatile Rohstoffpreise, steigende Transportkosten und fragile internationale Lieferketten für anhaltend schwierige Rahmenbedingungen entlang der industriellen Wertschöpfungsketten.
Auch die gesamtwirtschaftlichen Aussichten bleiben verhalten. Der Sachverständigenrat erwartet für Deutschland im Jahr 2026 lediglich ein preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, während die Inflation mit 3,0 Prozent deutlich höher ausfallen dürfte als bislang erwartet. Die Kombination aus schwacher Industrienachfrage, erhöhtem Kostendruck und anhaltender Unsicherheit erschwert derzeit eine wirtschaftliche Stabilisierung.
Verschobene Investitionen
Hinzu kommt, dass die aktuellen Belastungen auf bereits bestehende strukturelle Herausforderungen des Industriestandorts Deutschland treffen. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmende regulatorische Anforderungen sowie schwache Investitionsimpulse beeinträchtigen nach Einschätzung der ArGeZ die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen weiterhin spürbar. Produktions- und Kapazitätsplanungen werden vorsichtiger bewertet, Investitionen verschoben und mittelfristige Wachstumsperspektiven zunehmend skeptischer eingeschätzt.
Das Fazit der ArGeZ: „Die Ergebnisse für Mai machen deutlich, dass die deutsche Zulieferindustrie weiterhin unter erheblichem Druck steht. Während sich die aktuelle Lage auf niedrigem Niveau stabilisiert, nehmen die Zweifel an einer kurzfristigen wirtschaftlichen Erholung weiter zu.“


