Schon in den Anfangsjahren zeigt sich der technologische Anspruch des jungen Unternehmens: 1933 entwickelte Grob seine erste Gewindefräsmaschine, die den Einstieg in den Werkzeugmaschinenbau markiert. Nur wenige Jahre später folgt mit der eigenen Verfahrensentwicklung zur spanlosen Metallumformung ein weiterer Technologiesprung. Die Fähigkeit, Verfahren neu zu denken, wird zu einem wiederkehrenden Muster der Unternehmensgeschichte.
Sondermaschinen und Transfertechnik
Mit der Übernahme der Unternehmensführung durch Burkhart Grob aus der zweiten Generation beginnt 1952 eine Phase technischer Spezialisierung. Der Fokus liegt auf Sonderwerkzeugmaschinen für die Großserie. In den 1960er- und 1970er-Jahren setzt Grob Maßstäbe im Transfermaschinenbau. Mehrwege- und Mehrstationenmaschinen und flexible Transferhübe ermöglichen Produktivitätsteigerungen. 1970 wird in Mindelheim, drei Jahre nach der Standorteröffnung, die erste komplett eigenständig entwickelte Transferstraße realisiert – ein Bekenntnis zur eigenen Engineering-Kompetenz. 1976 wird das Werk in München geschlossen und der Firmensitz vollständig nach Mindelheim verlegt.
Der Schritt zur Universalmaschine
Mit dem technologischen Wandel in den 1990er-Jahren erkennt Grob den steigenden Bedarf an flexiblen Fertigungslösungen. Die Einführung dynamischer Bearbeitungszentren mit kompakter Bauweise und später der Einsatz von Linearmotorantrieben markieren den Übergang von starren Linien hin zu modularen Konzepten.
1998 präsentiert Grob eines der ersten Bearbeitungszentren mit Linearmotoren – ein entscheidender Schritt in Richtung Hochgeschwindigkeitsbearbeitung. Ein weiterer Meilenstein folgt ab 2004 mit der Markteinführung der modularen G-Baureihe. Die Idee: Ein durchgängiges Maschinenkonzept, das Flexibilität, Präzision und industrielle Robustheit vereint. Innerhalb weniger Jahre werden mehrere Tausend Maschinen weltweit installiert.
Schon früh treibt Grob die Integration von Automation und Digitalisierung voran. Flexible Fertigungssysteme, verkettete Produktionslösungen und eigene Automationskomponenten werden systematisch weiterentwickelt. Es entsteht eine eigene Industrie-4.0-Plattform, die Maschinen, Prozesse und Daten vernetzt. Automationslösungen wie Palettenrund- und Palettenlinearspeichersysteme, Roboterzellen und fahrerlose Transportsysteme machen Grob zum Komplettanbieter.
Elektromobilität: Vom Maschinenbauer zum Systemanbieter
Ein prägendes Kapitel der jüngeren Geschichte beginnt 2016 mit dem Einstieg in die Elektromobilität. Grob erweitert sein Portfolio über klassische Werkzeugmaschinen hinaus und entwickelt komplette Anlagen- und Systemlösungen für Elektromotoren, Batteriezellen, Batteriemodule und Brennstoffzellen. Hairpin-Technologie, Nadelwickeln, Stator- und Rotorfertigung, Batteriezellassemblierung und Cell-to-Pack-Konzepte machen Grob zu einem der führenden Anbieter für die industrielle E-Mobilitätsproduktion.
Mit der Entwicklung von Liquid Metal Printing Maschinen eröffnet Grob ein weiteres Betätigungsfeld. Die additive Fertigung ergänzt klassische Zerspanung und Serienproduktion insbesondere für Funktionsbauteile, Prototypen und neue Werkstoffe.
Technik mit Haltung
Trotz aller Hightech bleibt der Mensch bei Grob zentral: Ausbildung, eigene Fertigungstiefe und Engineering-Kompetenz im eigenen Haus sind bewusste Entscheidungen, die bis heute nicht nur Qualität, sondern auch Unabhängigkeit und Innovationsfähigkeit sichern.
Von Anfang an ist das Unternehmen in Familienbesitz – seit 2016 mit Christian Grob bereits in dritter Generation. Gleichzeitig wirkt die vierte Generation in Person von Florian Grob schon aktiv im Unternehmen mit und wird auf zukünftige Verantwortung vorbereitet. Damit sieht sich Grob bestens für die Zukunft aufgestellt.
Internationalisierung als konsequenter Wachstumspfad
Parallel zur technologischen Kompetenz baute Grob seine internationale Präsenz aus. Was als Export einzelner Maschinen begann, entwickelte sich zu einem globalen Produktions- und Servicenetzwerk. Mit Niederlassungen, Fertigungsstandorten und Technologiezentren in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien folgt Grob dem Anspruch, nah bei seinen Kunden zu sein.
Das Jubiläumsjahr nutzt das Unternehmen als Ausblick auf die Zukunft und unterstreicht seinen Anspruch als Innovationsführer mit mehreren technologischen Premieren, wie der des 5-Achs-Fräs-Portal-Bearbeitungszentrums GP1350 für die Bearbeitung noch größerer Werkstücke, der Roboterzelle GRC-M60 für effiziente Maschinenauslastung und zukunftssichere Produktionsprozesse und des MES/MOM-Systems „Grob Cosera“ zur Steuerung und Erfassung des gesamten Teileflusses, das Maschinen, Automation und IT vernetzt und so datengetriebene Fertigung ermöglicht.
Vom 17. bis 20. März 2026 ludt die Grob-Hausmesse dazu ein, die Unternehmensgeschichte von den Anfängen 1926 bis heute zu erleben und Technologien aus erster Hand kennenzulernen.


