Noch im Herbst 2024 hatte der BDG eine weitgehend stabile Entwicklung prognostiziert. Zwar war der Hinweis auf mögliche Abwärtsrisiken Teil der damaligen Einschätzung, doch die Annahme einer „Seitwärtsbewegung“ erwies sich als zu optimistisch. Bereits im ersten Halbjahr 2025 sank die Produktion in den Eisen- und Stahlgießereien um acht Prozent auf 1,34 Millionen Tonnen. Im NE-Metallguss lag das Minus in ähnlicher Größenordnung: minus 8,2 Prozent auf 370.000 Tonnen. Besonders schwer wiegt der Einbruch im Exportgeschäft: Während die Eisen- und Stahlgießereien 8,8 Prozent weniger ausführten, gaben die Ausfuhren der NE-Metallgießereien sogar um 17,5 Prozent nach.
Statistische Basiseffekte aus dem schwachen zweiten Halbjahr 2024 könnten die Verluste in den kommenden Monaten zwar optisch abmildern. Doch von einem echten Aufschwung kann keine Rede sein. 2025 wird damit nach 2023 und 2024 das dritte Jahr in Folge ohne Wachstum.
Ursachen: Pkw-Produktion und Handelshemmnisse
Ein wesentlicher Grund für die Schwäche liegt in der rückläufigen Pkw-Produktion in Europa. Wichtige Produktionsstandorte wie Spanien (-10 Prozent), Großbritannien (-7 Prozent) oder Ungarn (-5 Prozent) verzeichneten deutliche Rückgänge. Zwar legte die Produktion in Deutschland um vier Prozent zu, doch der Strukturwandel im Fahrzeugbau hinterlässt Spuren: Batterieelektrische Fahrzeuge, die weniger Gussbauteile benötigen, legten um 32 Prozent zu, während Verbrennerfahrzeuge um vier Prozent zurückgingen.
Hinzu kommen verschärfte internationale Handelsbedingungen. Mitte August erhöhten die USA die Zölle auf mehr als 100 Gussprodukte auf 50 Prozent. Dies betrifft etwa Motorblöcke, Zylinderköpfe oder Pumpengehäuse. Rund fünf Prozent der gesamten deutschen Guss-Exporte sind direkt betroffen, bis zu 80 Prozent indirekt, wenn Gussteile in Maschinen oder Fahrzeuge einfließen, die in die USA geliefert werden. Der BDG warnt vor wachsenden Umlenkungseffekten: Asiatische Anbieter könnten so zusätzlichen Druck auf den europäischen Markt ausüben.


