Hybride Fertigung verkürzt Durchlaufzeiten
Für die Werkzeugherstellung kombinierten die Projektpartner additive und konventionelle Verfahren. Der auf einer Preform aufgebaute Formeinsatz beinhaltet ein dichtes Netzwerk konturnaher Kühlkanäle, die eine gezielte Temperierung kritischer Bereiche ermöglichen und so die Standzeit deutlich verlängern. Frühere Anwendungen zeigten bereits eine bis zu vierfach höhere Lebensdauer gegenüber herkömmlichen Werkzeugen aus H13-Stahl.
Nach dem Aufbau folgten eine industrielle Wärmebehandlung und präzise Fräsbearbeitung der Funktionsflächen. Aufgrund der hohen Maßhaltigkeit des additiven Grundkörpers war nur eine minimale Nachbearbeitung erforderlich.
Additive Fertigung als Wegbereiter effizienter Werkzeugstrategien
Die Technologie eröffnet neue Perspektiven für OEMs, die ihre Produktionsarchitekturen an die Anforderungen der Elektromobilität anpassen. Großvolumige Werkzeuge können künftig schneller und flexibler gefertigt werden – mit kürzeren Entwicklungszeiten, geringerem Materialeinsatz und längerer Lebensdauer.
„Mit L-40 haben wir uns vorgenommen, die Grenzen der additiven Fertigung für Druckgusswerkzeuge zu verschieben“, sagt Harald Lemke, Director of Product Management bei MacLean-Fogg Component Solutions.
„Dieses Projekt zeigt, dass großformatige, hochbelastbare Einsätze wirtschaftlich realisierbar sind. Additive Fertigung ist bereit für den industriellen Maßstab.“
Breites Anwendungspotenzial
Die entwickelte Prozesskette aus skalierbarer PBF-LB/M-Technologie, neuem Werkstoff und hybridem Aufbau eignet sich nicht nur für Aluminium-HPDC-Werkzeuge, sondern auch für Warm- und Kaltumformwerkzeuge, Stanz-, Gewinde- oder Spritzgießeinsätze. Überall dort, wo komplexe Kühlstrukturen und hohe Belastbarkeit gefordert sind, kann die additive Fertigung künftig deutliche Effizienzvorteile bieten.




