Kurzfristiger Rohstoffausblick 2025: Aluminium und Zink
24.06.2024 Branche & Märkte Schmelzen und Rohstoffe News

Kurzfristiger Rohstoffausblick 2025: Aluminium und Zink

Der Markt in der Metallindustrie ist ständig in Bewegung – und damit auch die Rohstoffpreise. Die IKB Deutsche Industriebank veröffentlicht regelmäßig einen Bericht, der sich auf die Bestände und Preise von Aluminium und Zink konzentriert. Die wichtigsten Entwicklungen werden im aktuellen Bericht von Juni 2025 beleuchtet.

Zinkblöcke auf der EUROGUSS 2022.
Diagramm zur Entwicklung der Aluminiumvorräte.

Entwicklungen und Prognosen zu Aluminium

Die globale Produktion von Primäraluminium lag bis Ende April 2024 4,1 Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem im letzten Jahr ein neuer Produktionsrekord erzielt wurde. Die Aluminium-Lagerbestände an der LME sind im Laufe des Mai 2024 stark angestiegen und haben sich seit Anfang des Monats mehr als verdoppelt.

Mehrere Lieferungen in die malaysischen Lagerhäuser ließen die Vorräte rasant ansteigen. Nach der im April angekündigten Lagersperre für russisches Aluminium aufgrund von neuen US-Sanktionsregeln waren die LME-Bestände zuerst gesunken. Mögliche „Mietgeschäfte“ könnten der Grund für den Anstieg der Vorräte sein. An der SHFE blieben die Aluminium-Lagerbestände stabil.
 
Diagramm über die Entwicklung des Aluminiumpreises.
Der Preis für Primäraluminium stieg im Mai 2024 durchschnittlich um 2 Prozent an, nachdem er im April um 13 Prozent gestiegen war – aufgrund der neuen Sanktions-regelungen für russisches Aluminium. Die Notierung für Recyclingaluminium stieg um 3 Prozent an, nach einer Preisstagnation in den letzten zwei Monaten.

Die lange erwartete Aufhellung der Konjunktur wird jetzt sichtbar und lässt zusammen mit teilweise beschränkten Produktions-kapazitäten die Preise steigen. Die investive Nachfrage ist im Mai mit 11,4 Prozent weiter gestiegen. Auch der Aluminiumverbrauch zog in den ersten drei Monaten mit 6,1 Prozent stark an. 

Tendenz: Für den Primäraluminiumpreis sehen wir eine Bewegung von plusminus 300 US-Dollar um den Wert von 2.600 US-Dollar pro Tonne bis zum Ende des dritten Quartals 2024; den Preis für Aluminium Alloy um gut 400 US-Dollar pro Tonne darunter.
 
Diagramm zur Entwicklung der Zinkvorräte.

Entwicklungen und Prognosen zu Zink

Die Zinkminenproduktion ging 2023 um 1,2 Prozent zurück, nach dem Rückgang von 2,3 Prozent im Jahr 2022. Grund dafür waren geplante und ungeplante Minenschließungen. Für 2024 wird deshalb nur ein geringer Produktionsanstieg von 0,7 Prozent gesehen. Impulse kommen dabei größtenteils aus Australien, Mexiko und dem Kongo, wo eine Mine wieder in Betrieb genommen werden soll.

Die Raffinadeproduktion wird in diesem Jahr mit 0,6 Prozent nur geringfügig ansteigen, da die chinesische Produktion, die einen Großteil der globalen Raffinadeproduktion darstellt, in diesem Jahr nur um 1 Prozent wachsen wird. Der globale Zinkverbrauch sollte 2024 um 1,8 Prozent ansteigen.
 
Diagramm zur Entwicklung der Zinkpreise.

Im Mai 2024 tendierten die Zink-Lagerbestände an der LME im Durchschnitt seitwärts. Leichte Anstiege zur Monatsmitte waren zum Monatsende wieder rückläufig. An der SHFE lagen die Zink-Bestände Ende Mai mit 129.000 Tonnen leicht über dem Vormonat.

An der Comex verringerten sich die Zink-Bestände nach dem zuletzt erfolgten Lageraufbau wieder und lagen Ende Mai bei 2.500 Tonnen. Trotz der stärker als das Angebot steigenden Nachfrage erwarten wir auch in diesem Jahr einen Angebotsüberhang.

Tendenz: Bis Ende Q3 2024 sehen wir eine Bewegung des Zinkpreises um die Marke von 2.800 US-Dollar pro Tonne in einer Bandbreite von plusminus 500 US-Dollar.

 
Zwei Mikrofone werden von einer Frau gehalten

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Autor

Sina Lutter

Sina Lutter

IKB Deutsche Industriebank AG

Dennis Rheinsberg

Dennis Rheinsberg

IKB Deutsche Industriebank AG