Dritter Zukunftstag der deutschen Gießerei-Industrie
01.07.2024 Events News

Dritter Zukunftstag der deutschen Gießerei-Industrie

Am 19. Juni wendete sich der Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) im Rahmen des Zukunftstags mit Stakeholdern der Branche verschiedenen Themen zu. Die Anwesenden diskutierten online oder vor Ort zur Notwendigkeit von Guss in Deutschland und aktuellen Hürden in der Branche.

Bühne mit Podiumsdiskussion am dritten Zukunftstag des Druckgussbunds.

Energieintensiv und mittelständisch – ein Auslaufmodell? 

Die deutsche Gießerei-Industrie gehört zum energieintensiven Mittelstand – eine Kombination, die es in Zeiten von Transformation und Fachkräftemangel nicht leicht hat. „Wir sind sichtbar geworden – weil wir besonders viel Energie brauchen. Und das ist auf einmal etwas sehr Schlechtes“, erklärte der BDG-Präsident Clemens Küpper in seiner Eröffnungsrede.

Überbordende Berichtspflichten, unsichere Rahmenbedingungen, hohe Energiepreise und Nachwuchssorgen stellen ernsthafte Belastungen für viele Unternehmen dar. Der BDG-Präsident bemängelte außerdem die politische Situation in Deutschland, die einen Teil zu den schwierigen Bedingungen beitrage.

Die Hürden in der Wirtschaftspolitik

Auf die politischen Rahmenbedingungen ging auch Carolin Schenuit, Green Budget Germany – Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ein. Schenuit verwies auf die politische Widersprüchlichkeit, die mangelnde Wahrnehmung des Mittelstands und die isolierte Position Deutschlands in der europäischen Klimaschutzpolitik. Infolgedessen empfahl sie eine Duallösung aus gezieltem Lobbying einerseits und personellem Einsatz in der Lokalpolitik andererseits. 

Dr. Klaus Bauknecht: „Wenn das Auto gar nicht fährt, kann ich auch nichts lenken.“

Der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG, Dr. Klaus Bauknecht setzte auf einen Investitionsschub innerhalb des Mittelstands und prognostizierte dadurch die Lösung einiger Probleme in der Branche. Ein Investitionsschub sei jedoch laut Dr. Bauknecht nur mit absolut sicheren Rahmenbedingungen denkbar. 

Bertram Kawlath, Vizepräsident VDMA und Geschäftsführer von Schubert&Salzer, bewertete die Lage hingegen als Konjunkturdelle und sieht Licht am Horizont. In der Diskussion mit Philipp West, Luitpoldhütte, und Ronald Krug, AGCO, kristallisierte sich jedoch ein Bekenntnis zu Guss in Deutschland und die Forderung nach stabilen Rahmenbedingungen und einem gemeinsamen Level Playing Field in Europa heraus. 

Von Wirtschaftspolitik zu Fachkräften 

Der Nachmittag war innovativen Ansätzen zum Recruiting gewidmet. Der BDG prämierte im Rahmen dessen den Gewinner seines Azubiwettbewerbs. Die Auszubildenden verschiedener Gießereien hatten auf Tik Tok in kurzen Vlogs über ihren Alltag berichtet. Der Gewinn von 1.500 Euro ging an Lea Pugliese von STIHL. 

Abschließend blieb die Forderung an die Politik die richtigen Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.

Zwei Mikrofone werden von einer Frau gehalten

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