Kurzfristiger Rohstoffausblick April 2023: Aluminium und Zink
11.04.2023 Branche & Märkte News

Kurzfristiger Rohstoffausblick April 2023: Aluminium und Zink

Der Markt in der Metallindustrie ist ständig in Bewegung - und damit auch die Rohstoffpreise. Die IKB Deutsche Industriebank veröffentlicht monatlich einen Bericht, der sich auf die Bestände und Preise von Aluminium und Zink konzentriert. Die wichtigsten Entwicklungen im April 2023 werden im aktuellen Bericht beleuchtet.

Zinkblöcke auf der EUROGUSS 2022.
Entwicklung der Lagerbestände von Aluminium seit 2017 in Millionen Tonnen.

Entwicklungen und Prognosen zu Aluminium

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lag die Produktion von Primäraluminium 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, wobei die chinesische Produktion um 4,8 Prozent höher ausfiel. Der Trend zum Leichtbau wird dieses Jahr weiterhin die Nachfrageseite prägen. Auch die Nutzung von Aluminium in Dosen und Einwegverpackungen wird sich stabil entwickeln.
 
Angebotsseitig wird das Niveau des Strompreises insbesondere die europäische Produktion beeinflussen. Die Ausweitung der Recyclingproduktion ist deshalb vor dem Hintergrund einer anziehenden Nachfrage und der Notwendigkeit von Ressourcen- und Energieeffizienz auszuweiten. 
Entwicklung der Aluminiumpreise seit 2017 in US-Dollar pro Tonne.

An der LME sind die Lagerbestände im Laufe des März leicht auf 520 900 Tonnen zurückgegangen. An der SHFE lag der Aluminiumbestand Ende des Monats unter dem Niveau von Ende Februar bei knapp 286 000 Tonnen, nachdem in der Monatsmitte höhere Bestände zu beobachten waren.

In den Lagern der COMEX wurden die Bestände aufgestockt und liegen jetzt bei knapp 30 000 Tonnen. Die Zahl der Handelskontrakte stagnierte im März. Die Preise für Primar- und Recyclingaluminium lagen im Durchschnitt und den Werten des Vormonats.

Tendenz: Für den Primäraluminiumpreis sehen wir eine Bewegung von plus 500 US-Dollar um den Wert von 2400 US-Dollar pro Tonne bis zum Ende des zweiten Quartals, die Preise für Aluminium Alloy liegen im Mittel um rund 300 US-Dollar pro Tonne niedriger.
Entwicklung der Lagerbestände von Zink seit 2017 in Tausend Tonnen.

Entwicklungen und Prognosen zu Zink

Im Januar 2023 war die Zinkminenproduktion 1,5 Prozent höher als im Januar des Vorjahres. Die Raffinadeproduktion hingegen ging um 4,6 Prozent zurück. Auch der Verbrauch war rückläufig, und zwar um 1,6 Prozent. An der LME stiegen die Zinkbestände im März 2023 leicht an und konnten am letzten Berichtstag auf 45 000 Tonnen springen.

An der SHFE hingegen gingen die Lagerbestände nach dem Aufbau im Februar wieder zurück auf 97 345 Tonnen. An der COMEX lagern weiterhin nur 3000 Tonnen. Die Vorräte reichen für einen Verbrauch von knapp vier Tagen aus. Bei anziehendem Verbrauch in den nächsten Monaten kann sich die Versorgungslage aber auch wieder verschlechtern.

Entwicklung der Zinkpreise seit 2017 in US-Dollar pro Tonne.
Impulse für den Zinkverbrauch kommen in diesem Jahr insbesondere aus China, dessen Konsum nach einem Rückgang im letzten Jahr - mit dem Wegfall von pandemie-bedingten Einschränkungen - zunehmen wird. Insgesamt wird die Zinknachfrage in den nächsten Jahren von Korrodionsschutzanforderungen geprägt. Die Nachfrage kommt dabei aus dem Erneuerbaren Energien Sektor, der Automobilindustrie und der Bauwirtschaft.

Tendenz: Den Zinkpreis sehen wir bis Ende des ersten Halbjahrs bei 3000 US-Dollar pro Tonne in einer Bandbreite von plusminus 500 US-Dollar pro Tonne.
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Autor

Dennis Rheinsberg

Dennis Rheinsberg

IKB Deutsche Industriebank AG

Sina Lutter

Sina Lutter

IKB Deutsche Industriebank AG