Gleichzeitig revolutioniert der Einsatz von Aluminiumdruckguss die Art des Karosseriebaus, da der Bereich Unterbodenherstellung weitgehend entfällt und die Zahl der benötigten Mitarbeiter, Roboter, Pressen, Arbeitsschritte und Pufferbereiche deutlich reduziert wird. Die Autohersteller können den dadurch frei werdenden Platz zur Kapazitätserweiterung oder zum Aufbau neuer Produktlinien nutzen.
Vor- und Nachteile
Ist die Einführung von HPDC für große Automobilteile damit ein Selbstläufer? Nicht wirklich. Die Automobilhersteller müssen mehrere Faktoren sorgfältig abwägen, bevor sie eine Entscheidung treffen, vor allem, wenn diese mit größeren Investitionsausgaben verbunden ist. Auf der Habenseite steht, dass HPDC die Komplexität der Produktion reduziert, die Investitionsausgaben (CAPEX) im Vergleich zu herkömmlichen Karosseriebauanlagen senkt und weniger Platz im Karosseriebau beansprucht. Es bietet den Automobilherstellern kürzere Zykluszeiten und im Allgemeinen eine bessere Produktqualität und -konsistenz. Nachteilig ist, dass die Kosten für die verwendeten Materialien hoch sind und das Verfahren nur eine begrenzte Flexibilität bietet. Allerdings sind die Gesamtbetriebskosten für die Autobauer, d. h. die anfänglichen CAPEX einschließlich der Betriebskosten (OPEX) und der Materialkosten, im Vergleich zum traditionellen Karosseriebau relativ niedrig.
Hinzu kommt, dass die Automobilhersteller im Allgemeinen wenig oder gar keine Erfahrung mit dem neuen Produktionsverfahren für das Gießen großer Teile haben, sodass ein "technologisches Risiko" besteht. Auch in Bezug auf den Aftermarket tappen sie im Dunkeln. Die Entscheidung, ob die Technologie für große Automobilteile eingesetzt werden soll, ist nicht immer einfach – und die Automobilhersteller können während des Entscheidungsprozesses von den Erkenntnissen und der Unterstützung durch Experten profitieren.