Kurzfristiger Rohstoffausblick Januar: Aluminium und Zink
10.01.2023 Branche & Märkte News

Kurzfristiger Rohstoffausblick Januar: Aluminium und Zink

Der Markt in der Metallindustrie ist ständig in Bewegung - und damit auch die Rohstoffpreise. Dieser Bericht, der monatlich von der IKB Deutsche Industriebank veröffentlicht wird, konzentriert sich auf Aluminium und Zink und beleuchtet die wichtigsten Entwicklungen im Januar 2023.

Zinkblöcke auf der EUROGUSS 2022. Dieser Bericht gibt einen Überblick über die Rohstoffpreise und Lagerbestände von Aluminium und Zink im Januar 2023.
Graph, der die Aluminiumvorräte- und preise von 2016 bis 2023 zeigt            Diese Abbildung zeigt die Aluminiumvorräte und -preise von 2016 bis 2023.

Kommentar Aluminium

Die weltweite Primäraluminiumproduktion stieg bis Ende November 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 % auf 62,47 Millionen Tonnen. Dabei lag die Produktion in China um 3,1 % über dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr prognostizieren wir einen Ausstoß von 68 Mio. t Primäraluminium zuzüglich 13 Mio. t Recyclingaluminium. In Westeuropa ging die Aluminiumproduktion um 12,1 % zurück; in den ehemaligen GUS Staaten lag die Produktion 1,3 % unter dem Vorjahresniveau. Die nordamerikanische Produktion war 3,8 % niedriger. Die Aussichten für den Aluminiumverbrauch in allen Abnehmerbranchen sind weiterhin positiv: Der Trend zum Leichtbau setzt sich fort, und auch bei den erneuerbaren Energien wird mehr Aluminium eingesetzt. Die Lagerbestände an Primäraluminium an der LME weiter auf 450.000 t gesunken. An der SHFE sind die Bestände im Dezember unter die Marke von 100.000 t gefallen. In den Comex-Lagern befinden sich 19.000 t. Die LME-Bestände der recycelten Legierung belaufen sich auf nur 1.920 t. Die Marktversorgung ist also knapp.

Tendenz: Bis zum Ende des 1. Quartals 2023 erwarten wir daher, dass sich der Preis für Primäraluminium um die Marke von 2.500 US$/t mit einer Bandbreite von ±300 US$/t bewegen wird. Der Preis für recyceltes Aluminium an der LME wird voraussichtlich rund 300 US$/t unter diesen Werten liegen.

Graph, der die Zinkvorräte- und preise von 2016 bis 2022 zeigt                 Diese Abbildung zeigt die Zinkvorräte und -preise von 2016 bis 2023.

Kommentar Zink

Die Zinkminenproduktion ging bis Ende Oktober 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,1 % zurück; für das Gesamtjahr wird ein geringerer Rückgang erwartet. Die Raffinerieproduktion war in den ersten zehn Monaten um 3,2 % rückläufig. Begründet ist dies insbesondere im geringeren Output der europäischen Zinkhütten aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise. Für das Gesamtjahr 2022 wird ein Rückgang der europäischen Produktion um 12 % erwartet. Auch in China, Kanada, Mexiko und Kasachstan sank die Raffinadeproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Verbrauch ging im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % zurück, primär aufgrund signifikanter Reduktionen in China . Für das kommende Jahr wird mit einer Erholung des weltweiten Zinkverbrauchs gerechnet. Die Zinkbestände an der LME fielen im Dezember 2022 um 22 % auf gut 32.000 t und lagen damit um 84 % unter Vorjahresniveau. An der SHFE tendierten die Zinkbestände seitwärts bei 20.400 t, die an der Comex betrugen 3.000 t. Die Bestände entsprechen nur noch einem Verbrauch von knapp 1,5 Tagen; der Markt ist also sehr knapp versorgt. Nach dem kumulierten Angebotsdefizit im letzten Jahr sehen wir auch für 2022 ein kleines Defizit.

Tendenz: Wir prognostizieren, dass sich der Zinkpreis bis zum Ende des ersten Quartals 2023 um 3.000 US$/t bewegen wird, mit einer Schwankungsbreite von ±500 US$.

 
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Autoren

Sina Lutter

IKB Deutsche Industriebank AG

Dennis Rheinsberg

IKB Deutsche Industriebank AG