Die Automobilzulieferindustrie in Deutschland, und damit auch die Druckgussbranche, steht vor einem fundamentalen Wandel. Die Studie „German Economic Pulse 2025 – State of German Industry“ zeigt deutlich, wie stark die Branche unter Druck geraten ist. Insgesamt wurden 169 Industrieunternehmen befragt, darunter 47 Zulieferer der Automobilindustrie. Für sie hat der Strukturwandel längst konkrete Folgen: Absatzrückgänge, veränderte Kundenstrukturen und die Notwendigkeit, neue Märkte zu erschließen.
Rückgang des Verbrennungsgeschäfts und unmittelbare Folgen
Die Studie basiert auf telefonischen Befragungen, die im Spätsommer 2025 durchgeführt wurden. FTI-Andersch lässt diese Befragungen erheben, um Stimmungsbild und Prioritäten der Industrie nachvollziehbar zu machen. Für die Automobilzulieferer liegt mit der aktuellen Erhebung nun ein klarer Befund vor: Der Strukturwandel trifft die Branche breit, tief und gleichzeitig.
Ein zentraler Treiber der aktuellen Unsicherheit ist der weltweite Rückgang des Marktes für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. 64 Prozent der befragten Zulieferer geben an, direkt betroffen zu sein. Viele Unternehmen haben bereits Maßnahmen eingeleitet. Mehr als die Hälfte – 54 Prozent – haben Produktionsverlagerungen vorgenommen oder planen diese, 52 Prozent investieren aktiv in Zukunftstechnologien. Die Studie verdeutlicht, dass dieser Wandel nicht als temporäre Phase verstanden wird, sondern als strukturelle Veränderung, die langfristige Anpassungen erfordert.
Diversifikation als Überlebensstrategie
Besonders aufschlussreich ist die Antwort auf die Frage nach strategischen Alternativen: 79 Prozent der Zulieferer, die sich vom Wandel unmittelbar getroffen fühlen, richten ihr Geschäft mittlerweile auch auf andere Industrien aus. Genannt werden vor allem Rüstung (25 Prozent), Energie (16 Prozent), Luftfahrt, Medizintechnik und Bahn (je 9 Prozent).



