Die Industrie investiert in Mexiko
25.01.2023 Branche & Märkte News

Die Industrie investiert in Mexiko

Mexikos Automobilindustrie zieht mehr Investoren als jede andere Branche im Land an. Fast alle großen Hersteller haben Werke im Land eröffnet und etliche weitere sind noch in Planung.

Copyright: NürnbergMesse/ Thomas Geiger

Ein kurzer Rückblick: Im ersten Halbjahr 2022 produzierten die Werke im lateinamerikanischen Land etwa 1,7 Millionen Pkw, schreibt die Germany Trade & Invest (GTAI), Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Das seien 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig verkündete Francisco González, Präsident des Branchenverbands Industria Nacional de Autopartes (INA), dass Mexiko Deutschland bereits 2021 bei der Produktion von Kfz-Teilen überholt habe.

 

Nun gilt Mexiko als viertgrößter Hersteller weltweit. Mit nahezu 80 Prozent ist die USA der größte Abnehmer der in Mexiko hergestellten Fahrzeuge. Entsprechend Besorgnis erregte daher die negative Wirtschaftsentwicklung der USA im ersten und zweiten Quartal 2022. Doch die Sorge zerstreute sich, als im dritten Quartal das Wachstum wieder anstieg. Neben den Staaten ist auch beispielsweise Kanada ein bedeutender Absatzmarkt für Mexiko.

 

Was macht Mexiko für Hersteller und Lieferanten so attraktiv?

Die strategische Lage in der Mitte des amerikanischen Kontinents und zwischen Ostasien und Europa bietet Mexiko logistische Vorteile, sagt die Bayerische Auslands-Repräsentanz Mexiko. Beispielsweise seien wichtige Städte in den USA nur wenige Flugstunden entfernt, Container zu den Häfen an der Ost- und Westküste bräuchten nur wenige Tage, Yokohama sei in unter 20 Tagen erreichbar und auch die Flughäfen Europas und Ostasiens gut zugänglich.

 

Dazu kommen „neben den Freihandelsabkommen die wettbewerbsfähigen Personalkosten, die junge und engagierte Arbeitnehmerschaft, die gute Infrastruktur, die historisch gewachsene automobile Fertigungskulturen und der Vorteil, im Dollarraum zu fertigen“, so die Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer.

 

Unternehmen investieren in Ausbauprojekte und E-Mobilität

Das Land profitiert davon, dass viele Unternehmen ihre Produktion von Asien nach Nordamerika verlagern. So sehr, dass es kaum noch freie Flächen in den vorhandenen Industrieparks im Norden Mexikos gäbe, behaupten Brancheninsider der GTAI. Kein Wunder also, dass namhafte Unternehmen wie Nissan, Michelin, Bosch, LG Magna e-Powertrain und ZF Friedrichshafen Millionenbeträge in die Kfz-Industrie vor Ort investieren. Im Mittelpunkt: Tier-1- und Tier-2-Zulieferer, Ausbauprojekte und die E-Mobilität.

 

Die Automobilproduktion in Mexiko hat noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht. Dass Kfz-Zulieferer weiterhin in neue Werke investieren, sagt viel über das Potenzial aus, das die Branche in dem lateinamerikanischen Land sieht. Die EUROGUSS MEXICO hat es sich deswegen zur Aufgabe gemacht, die Märkte miteinander zu vernetzten. Sie gibt Ausstellern die Plattform, die sie benötigen, um mit Akteuren in Mexiko persönlich ins Gespräch zu kommen.