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Internationale Fachmesse für Druckguss: Technik, Prozesse, Produkte

14. - 16. Januar 2020 // Nürnberg, Germany

Willkommen im EUROGUSS Newsroom!

Gute Aussichten für die Zukunft von Druckguss

Die aktuelle Lage der deutschen Druckgießereien erscheint gut. Seit Jahren steigen die benötigten Mengen an Druckgussteilen stetig. Der vergleichsweise schwache Eurokurs begünstigt darüber hinaus den weiterhin sehr effektiven Standort in Deutschland. Außerdem haben fast alle mittleren und größeren Gießereien längst Fertigungskapazitäten außerhalb Deutschlands errichtet, um die teuren Personal- und Energiekosten in Deutschland aufzufangen. Weiterhin ist die Nähe zu den Produktionsstandorten der Kunden aus der Automobilindustrie wichtig.

Positive Produktionsentwicklung

Die deutschen Druckgießereien konnten mehrheitlich ihre Umsätze und Produktionen in den Jahren 2016 und 2017 steigern und sind zuversichtlich, diesen Trend auch 2018 fortsetzen zu können. Die Zuwachsraten haben sich in den ersten drei Quartalen 2017 überproportional im Plus gehalten:

  • Aluminiumdruckguss +1,2 % (auf 494.000 t)
  • Magnesiumdruckguss + 4,5 % (auf 13.800 t)
  • Zinkdruckguss +11,6 % (auf 47.700 t)

Damit macht der Druckguss 60 % des gesamten deutschen Aluminiumgusses und mehr als die Hälfte des gesamten Nichteisengusses in Deutschland aus. Das ist eine sich seit Jahren abzeichnende Entwicklung.

Im Druckgussmarkt kommt dem Fahrzeugbau eine immer dominierendere Stellung zu: Sein Anteil beträgt inzwischen gut über 80 %. Die restlichen 20 % der Druckgussproduktion verteilen sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Abnehmerbranchen.

Kapazitäten und Investitionen

Bedingt durch die positive Wachstumsentwicklung der Branche liegen die Investitionen sowohl für Instandhaltung als auch für Kapazitätserweiterungen in den letzten Jahren bei zwischen 4 % bis 6 % des Umsatzes einer Druckgießerei, wie verbandsseitig bereits vor 24 Monaten festgestellt werden konnte. Anknüpfend an diese Erhebung hat auch das ifo Institut die Investitionsentwicklung für die gesamte Branche analysiert. Neben kontinuierlichen Ersatzinvestitionen spielen – so die ifo-Analyse – kapazitätserweiternde Investitionen die maßgebliche Rolle, was auch Modifikationen der Produktstrukturen mit sich bringt. So wurden große Druckgießereien der OEM komplett auf Strukturteilefertigung hin konzipiert bzw. umgestellt (Daimler, BMW, VW, Audi).

Dieser Umstand eröffnet die Möglichkeit, dass sich zuvor dort gegossene Teile inzwischen in der Produktion anderer Druckgießereien wiederfinden. Bestätigt ist dieser Trend in der zitierten ifo-Analyse im Bereich des Fahrzeugbaus insgesamt: Das dominierende Motiv für Kapazitätserweiterungen ist die Modifikation der Komponentenstruktur!

Es verdient hervorgehoben zu werden, dass einem erwähnten Produktionsplus von + 1,2 % z.B. beim Aluminiumdruckguss eine negative Veränderungsquote von - 3 % bei der inländischen PKW-Produktion gegenübersteht. Dahinter dürfte sich neben dem Werkstoffwettbewerb auch die Marktstellung der OEM-unabhängigen Kundendruck-gießereien verbergen, welche sämtliche relevanten europäischen Automobilhersteller beliefern. Belegt wird dies durch ein Zulassungsplus bei PKW von gut 2 % allein in den ersten neun Monaten 2017 in Deutschland und dahinter ein Plus von 9 % bei ausländischen Marken.

Neue Antriebstechniken und Druckguss

Natürlich gibt es auch Sorgen in der Branche. Eine gewisse Verunsicherung brachten die Wahlergebnisse in Amerika und der Brexit in Europa mit sich. Auch die Entwicklungen in der Türkei – ein wirtschaftlich aufstrebendes Land – oder jüngst in Spanien/Katalonien führen zu Verunsicherungen bei der Industrie. Eine prosperierende Wirtschaft benötigt stabile politische Verhältnisse und freie Märkte. Besondere Verwerfungen entstehen auch durch die Diskussionen um die Zukunft des Verbrennungsmotors. Der Dieselskandal hat dazu geführt, dass aktuell ganze Produktionspläne verändert wurden. Zurzeit werden offensichtlich weniger dieselgetriebene Fahrzeuge gekauft, dafür aber deutlich mehr benzingetriebene. Die darüber hinausgehende Forderung nach Einführung von Elektroautos ist zwar weder ökologisch noch technisch sinnvoll, politisch aber umso attraktiver. Wichtig sind jetzt verlässliche politische Zukunftsentscheidungen, die den Standort in Deutschland nicht nachhaltig gefährden.

Bedingt durch die Diskussionen über die Zukunft des Verbrennungsmotors im Allgemeinen und die des Diesels im Speziellen müssen sich viele Druckgießereien auf tiefgreifende, strukturelle Änderungen auf der Nachfrageseite einstellen. Auf nicht alle in diesem Zusammenhang auftauchende Fragen gibt es gegenwärtig zufriedenstellende Antworten. Gleichzeitig geht es um strategische Entscheidungen mit Langzeitwirkung bei der Politik, den OEM, den Verbrauchern und auch den Zulieferern – wie den Druckgießereien. Hier sind zuverlässige und nachhaltig belastbare Leitplanken der politischen Akteure gefordert – aber eben auch nicht mehr als Leitplanken!

Obwohl die E-Mobilität technisch noch alles andere als ausgereift ist, sieht man erste Ergebnisse dieser Entwicklung: Das E-Postauto, einen Street Scooter, die E-Achse von Bosch inkl. Antriebseinheit auf die Räder des Fahrzeugs. Mit der Marktdurchdringung von E-Autos dürfte auch der Anteil an Leichtgussteilen steigen. Druckguss bietet hier ideale Möglichkeiten. Ob bei optimierten Bauteilen für die Regelung herkömmlicher Motoren oder bei Strukturteilen und Komponenten für Elektroantriebe: Überall kann der Druckguss von seinen Möglichkeiten Gebrauch machen.

Allerdings: In einem Automobil mit einem Verbrennungsmotor befinden sich über 200 Druckgussteile, in einem Elektromotor nur etwa 20 Teile. Eine Umstellung auf Elektromobile würde alle Gießer, die sich mit Motorteilen beschäftigen vor große Herausforderungen stellen. Auf der anderen Seite benötigen Elektroautos und autonom fahrende Wagen mehr Elektronikgehäuse, Sensoren usw. Hier gibt es viele neue Gussteile mit erheblichen Anforderungen an die Gießer. Aber auch die zunehmende Menge an Teilen aus Druckguss im Karosserieteil von Autos, sogenannte Strukturbauteile, erweitern das Spektrum von Gießereien. Oftmals müssen hierfür komplett neue Fertigungsstraßen geschaffen werden. Auch die recht großen Gehäuse von Elektromotoren werden im Druckguss hergestellt und bringen ganz neue Herausforderungen mit sich. In der Summe wird es also auch bei einer Umstellung der Antriebstechnik Bedarf an Druckgussteilen geben.

Weitere Abnehmerbranchen neben der Automobilindustrie

Ohne Zweifel wird es in der Automobilindustrie große Veränderungen geben. Natürlich fordern diese Veränderungen die Branche und manch ein Gießer sucht nach interessanten Auswegen außerhalb der Automobilindustrie. Obwohl dieser Markt sehr begrenzt ist, und aktuell weniger als 20 % des gesamten Druckgussbedarfes abdeckt, gibt es auch hier interessante Projekte.

Genannt sei exemplarisch die Bau- und Möbelindustrie mit großen Serien an Gussteilen. Dort finden sich sowohl hochdekorative Zinkdruckgussteile als auch Teile, die in großen Mengen, z.B. als Scharniere, hergestellt werden. Durch eine bis ins letzte Detail ausgetüftelte Prozesstechnik bei einem hochkomplexen Qualitätssystem sind die deutschen Gießereien heute sogar im Kampf mit den Billiglohnländern oftmals vorne. Auch die Kunden dieser Branche erwarten vom Gießer praktisch null fehlerhafte Teile um bei der Weiterverarbeitung in vollautomatisierten Fertigungsstraßen keine Probleme zu haben.

Weitere Abnehmer sind zum Beispiel Unternehmen der Medizintechnik. Diese haben sich in den letzten Jahren global aufgestellt und stehen im harten Wettbewerb. Technisch oft führend, muss aber auch der Teile-Preis angemessen sein, um auf diesen Märkten zu bestehen. Durch Standardisierung, zum Beispiel bei Gehäusen oder Anbauteilen, entstehen so Losgrößen die für den Gießer interessant sind. Dabei sind die Anforderungen an diese Teile nicht geringer, oft sogar höher, als in der Automobilindustrie. Denn bei vergleichsweise kleineren Serien müssen Medizinstandards oder Sicherheitsforderungen erfüllt werden, die oft keine ausreichende Entwicklung erlauben. Nur durch den Einsatz von modernen Simulationsprogrammen, CAD Tools und vernetztem Werkzeugbau können solche Projekte kostengünstig hergestellt werden. Der zuliefernde Gießer dieser Kunden ist deswegen in der Regel anders aufgestellt als ein Automobilgießer.

Aktuelle technische Megatrends und Druckguss

Der Trend zum 3D-Druck macht den Gießern hingegen weniger Sorge. Noch liegt der Break Even zwischen Teilen, die aus Druckguss oder im 3D-Verfahren hergestellt werden, bei deutlich unter 100 Stück Gesamtbedarf; eine Menge, die für den Druckguss vollkommen uninteressant ist. Während die Fertigung im 3D-Druck die Individualisierung bedient, kümmern sich die Druckgießer um standardisierte Produkte. Allerdings nutzen sie den 3D-Druck für die Erstellung von Druckgusswerkzeugen und Prototypen.

Die Megatrends der Industrie, wie autonomes Fahren, Elektromobilität, 3D-Druck, Industrie 4.0, Fachkräftemangel und Globalisierung betreffen allesamt die Druckgussindustrie. Diese steht durch ein Netzwerk aus guter Ausbildung, optimierten Prozessketten, Nutzung digitaler Prozessketten und globalisierter Ausrichtung gut da. Auf der EUROGUSS werden die deutschen und europäischen Gießer Produkte präsentieren, die schon jetzt erfolgreich im Markt eingesetzt werden. Der Verband deutscher Druckgießer wird darüber hinaus ein spannendes begleitendes Vortragsprogramm präsentieren, bei dem über den Tag hinaus Trends und Entwicklungen gezeigt werden, die den Druckguss auch in Zukunft für die hohen Ansprüche des Marktes attraktiv machen. Man darf sicher sein, dass die EUROGUSS auch in diesem Jahr eine erfolgreiche, für die Branche wegweisende Veranstaltung wird.

Problemlösungen in Druckguss

Ein enges Netz zwischen den wichtigen Lieferanten von Produktionsanlagen, den Universitäten und Forschungsstätten sowie den kundenorientierten Betrieben hat zu ganz erstaunlichen Innovationen in der Branche geführt. Der Verband Deutscher Druckgießereien im Bundesverband der Gießerei-Industrie ist das zentrale Organ um dieses Netzwerk aufrecht zu erhalten. Mehrmals im Jahr treffen sich Gießer, ihre Zulieferer und Forschungseinrichtungen bei den verschiedenen Gremien und Veranstaltungen. Diese Arbeit ist einmalig in Europa – wenn nicht sogar in der ganzen Welt. Während der EUROGUSS werden gerade die deutschen Druckgießereien die Ergebnisse dieser Arbeit auf Ihren Ständen eindrucksvoll präsentieren.

Es erstaunt immer wieder, welch innovative Lösungen durch Gussteile hierbei entstehen. Viele davon sind auf der kommenden EUROGUSS zu sehen. Alle europäischen Druckgießereien konnten an den Wettbewerben für Aluminium- und Zinkdruckguss teilnehmen; erstmals wurde diesmal ein Magnesiumdruckgusswettbewerb durchgeführt. Die Prämierung der Siegerteile wird im Rahmen des während der Messe stattfindenden Druckgusstages vorgenommen. Die Teile selbst werden auf der Messe ausgestellt. Eine Berichterstattung in den Fachmedien wird sich anschließen. Auch die Vorträge des 18. Internationalen Deutschen Druckgusstages, der auf der EUROGUSS parallel zum Messegeschehen abgehalten wird, setzen sich mit diesem Geschehen auseinander. Die Veranstaltung flankiert die hohe Produktqualität der ausgestellten Exponate!

Ansprechpartner für Presse:

Gerhard Klügge

Bundesverband der Deutschen Gießerei-Industrie e.V. (BDG)

Mitglied der Hauptgeschäftsleitung

Hansaallee 203

40549 Düsseldorf

gerhard.kluegge@bdguss.de

Tel. 0211. 6871152

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